Kinderprinzenpaar


Der Kinderkarneval ist seit vielen Jahren ein fester und besonders herzlicher Bestandteil unseres Vereinslebens. Hier stehen nicht nur Tradition und Brauchtum im Mittelpunkt, sondern vor allem die Freude und Begeisterung unserer jüngsten Karnevalisten. Mit viel Kreativität, bunten Kostümen und strahlenden Gesichtern wird jedes Jahr aufs Neue gezeigt, wie lebendig unser Vereinsleben ist.
Ein ganz besonderer Höhepunkt ist dabei das Kinderprinzenpaar, das mit Stolz und großer Begeisterung unsere närrische Zeit repräsentiert. Mit Charme, Mut und einer großen Portion Spaß führen die beiden durch die Session und sind ein Vorbild für viele Kinder im Verein. Sie verkörpern den Gedanken des Miteinanders und tragen dazu bei, dass die Tradition des Karnevals schon früh weitergegeben wird.
Der Kinderkarneval ist somit nicht nur ein fröhliches Fest, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Zukunft unseres Vereins – denn hier wachsen die Karnevalisten von morgen heran.
Kinderprinzenpaare
2012
2024
2026



INTERVIEW: Der Turnverein und der Karneval
Auf den Turnverein ein dreifach kräftiges
Cochem Hollau!!!
Auch in der „Fünften Jahreszeit“ engagiert sich der Turnverein.
Denn neben der Tanzgruppe, die in früheren Zeiten stets die Prin-
zengarde stellte und heutzutage die großen Prunksitzungen mit
Showtänzen und Soloeinlagen bereichert, regiert seit vielen Jah-
ren in den närrischen Tagen vom 11.11. bis zum Aschermittwoch
das Kinderprinzenpaar des Turnvereins in unserer ausgelassen
feiernden Heimatstadt.
Günter Müller, Ehrenvizepräsident der Cochemer Karnevalsgesell-
schaft (CKG), hat sich viele Jahre um den Cochemer Jugendkar-
neval und insbesondere um das Wohlergehen des jungen Prinzen
nebst seiner Prinzgemahlin gekümmert und denkt oft an die vie-
len tollen Tage zurück.
TVC: Günter, wie ist diese besondere Bindung zwischen dir und den
Prinzenpaaren des Cochemer Turnvereins entstanden?
GM: Diese Beziehung ist im Prinzip aus meinem generellen Enga-
gement für die junge närrische Generation in Cochem entstanden.
Im Jahr 1987 wurde ich zum Vizepräsident der CKG gewählt, aber
ich hatte vor meinem Amtsantritt schon die Idee, in Cochem eine
Kinder- und Jugendsitzung ins Leben zu rufen. Ich wollte unbe-
dingt etwas zur Nachwuchsförderung beitragen. Ein Jahr später
fand dann bereits die erste dieser Sitzungen statt und so lag es
nahe, auch das erste Kinderprinzenpaar in diese Veranstaltung
einzubinden. Das Prinzenpaar waren damals Prinzessin Eva (geb.
Imielski) und Prinz Christian (Müller) und wir hatten gemeinsam
eine wunderschöne Session. Außerdem wurde jene erste Kinder-
und Jugendsitzung damals sehr gut von der Bevölkerung ange-
nommen. Dies bestärkte mich in meinem Wunsch, auch in den
Folgejahren den Cochemer Nachwuchskarneval und vor allem die
Prinzenpaare des Turnvereins zu unterstützen.
TVC: Dass die Kinder- und Jugendsitzung eine hervorragende Idee
war, ist offenkundig. Schließlich gibt es sie immer noch und dieses
zu Beginn noch zarte Pflänzchen hat mittlerweile schon viele
Früchte im Sinne von guten Nachwuchskarnevalisten hervorge-
bracht.
GM: Das kannst du aber laut sagen. Es gab einen richtigen Moti-
vationsschub für die Tanzgruppen, neben der Turnverein-Garde
rief meine Frau Marie-Theres damals die Nachwuchsgruppe „Mo-
selperlen“ ins Leben.
Und die neu gegründete Tanzgruppe „Moselglück“ unter der Lei-
tung von Karin Buchholz konnte so ihren zahlreichen heranwach-
senden Nachwuchsgruppierungen eine tolle Gelegenheit bieten,
erste Bühnenluft zu schnuppern.
Last but not least hat auch der heutige Sitzungspräsident der
Kinder- und Jugendsitzung Michael Laux vor einigen Jahren als
Kinderprinz Geschmack an der Cochemer Fassenacht gefunden.
TVC: Aber deine Verbindung zum Turnverein Eintracht reicht noch
weiter zurück?
GM: Wie so viele andere war ich ebenfalls als Kind als Turner und
Leichtathlet im Verein aktiv und ich verfolge seit jener Zeit die Er-
folge der aktiven Sportler.
Außerdem darf man eines nicht vergessen. Die Cochemer Fas-
senacht bzw. die Gesellschaft fiel Anfang der 60er Jahre in einen
mehrjährigen Dornröschenschlaf und neben der katholischen Ju-
gend in Form der Kolping-Familie war es vor allem der Turnverein,
der den Karneval in Cochem nicht völlig in Vergessenheit geraten
ließ. Der Turnverein veranstaltete nämlich in jenen Tagen immer
am Karnevalssonntag einen großen Kinder-Festumzug und hielt
somit das närrische Brauchtum aufrecht.
An diesen Umzügen nahmen damals auch Karnevalisten aus anderen Vereinen und derKarnevalsgesellschaft teil, 1968 mit einem schönen Motivwagen.
Dieser Wagen trug das Motto: „Schlafe mein Prinzlein, schlaf ein.“ Zum 11.11.1969 beschlossen wir Cochemer Karnevalisten, die
Fassenacht endlich wieder so richtig zum Leben zu erwecken.
Ob das ohne die Umzüge des Turnvereins so bald passiert wäre, da
bin ich mir nicht sicher. Den Verdienst des Turnvereins am gesell-
schaftlichen Leben und generell sein Bemühen um eine Fort-
führung des karnevalistischen Brauchtums kann man an dieser
Stelle gar nicht genug loben.
TVC: Dank deiner Bemühungen um unser Kinderprinzenpaar hast
du dem Turnverein vieles zurück gegeben und wurdest dafür im
vergangenen Jahr von uns mit der Goldenen Ehrennadel ausge-
zeichnet. Du hast es bestimmt vielen Eltern erleichtert, ihre
Sprösslinge dem närrischen Trubel auszusetzen. Immerhin hast du
während der zahlreichen Auftritte sozusagen die elterliche Fürsor-
ge inne gehabt.
GM: Das stimmt in gewisser Weise schon, aber bei den meisten
Auftritten waren doch immer die Eltern oder zumindest ein
Elternteil mit dabei. Als „Prinzenpaar-Erziehungsberechtigter“
hatte ich nur selten brenzlige Momente zu überstehen: Einmal raunte ich einem Prinzen erst auf der Bühne zu: „Du weißt ja, dat
du gleich auch wat schwätze mußt?“ Damit hatte ich ihn etwas
überrumpelt und er flüsterte zurück: „Dafür könnte ich dich jetzt
umbringen, Günter.“ Aber er meisterte die Situation mit Bravour
und sah davon ab, seine Morddrohung in die Tat umzusetzen. Ein anderes Mal hatte sich unser Auftritt bei einer Sitzung etwas
hinausgezögert und als ich das Kinderprinzenpaar zur Bühne ge-
leiten wollte war die Prinzessin hinter den Kulissen bereits selig
eingeschlafen. Auch sie hat mir im Nachhinein die Unterbrechung
ihres königlichen Schönheitsschlafes verziehen.
Generell habe ich immer mit darauf geachtet, dass es abends
nicht zu spät wurde und die Kinder im Anschluss nach Hause an
die Tür gebracht. Dann habe ich im Auto gewartet, bis sie von
Mama und Papa in die Arme geschlossen wurden.
TVC: Gab es denn für dich besondere Sternstunden als „Quasi-
Hofmarschall“ der Kinderprinzenpaare?
GM: Für mich waren natürlich die beiden Jubiläen zum 11- und
zum 22jährigen Bestehen der Kinder- und Jugendsitzungen etwas
besonders Schönes, zumal es der CKG ohne mein Wissen gelun-
gen war, zu diesen Anlässen die ehemaligen Prinzessinnen und
Prinzen als Gratulanten einzuladen. Da fehlten mir jedes Mal vor
Rührung die Worte und wer mich kennt weiß, dass ich von Hau-
se aus nicht gerade auf die „Schniss“ gefallen bin.
Es gab nur einen Wehmutsstropfen, denn ausgerechnet zum „2 X
11jährigen“ (Jubiläum) fand sich kein Kinderprinzenpaar. Aber
wenn ich mir die hervorragende Nachwuchsarbeit im Turnverein
und in der Karnevalsgesellschaft betrachte, bin ich mir sicher: Das
wird so bald nicht wieder vorkommen!
TVC: Was möchtest du zum Abschluss unseres Gespräches dem
Cochemer TV noch als Wünsche und Anregungen mitgeben?
GM: Wie ich schon gerade habe anklingen lassen, ist es mir um
den Nachwuchs generell nicht bang. Es ist für jeden Verein das sprichwörtliche A und O, viele ehrenamtliche Helferinnen und
Helfer in den eigenen Reihen zu haben. Sonst können die Tradi-
tionen auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden. Dass dies ge-
lingt, hoffe ich für alle Cochemer Vereine und speziell den zahl-
reichen Abteilungen des Turnvereins wünsche ich viele erfolgrei-
che und aktive Sportlerinnen und Sportler in ihren Reihen.
Karneval in Cochem über die Jahre
Kinderprinzenpaare: 1968 bis 2026
1968: Paul-Hans Becker - Elisabeth Ladwein
1969: Heiner Lange - Elke Manthy
1970: Ernst-Dieter König - Gabriele Mons
1971: Ralf Dierks - Petra Franz
1972: Dieter Marx - Monika Newel
1973: Alfred Jahnen - Monika Tries
1974: Torsten Brustkern - Doris Franzen
1975: Stefan Thielmann - Elke Irmen
1976: Jörg Eckerskorn - Jutta Ziegler
1977: Markus Geßner - Anke Berres
1978: Thomas Dohler - Sabine Schausten
1979: Michael Becker - Vera Nicolay
1980: Jörg Stark - Elke Wolff
1981: Bernd Loosen - Petra Krämer
1982: Ralf Thielke - Claudia Fühles
1983: Michael Brand - Tanja Bachmann
1984: Martin Klapper - Bettina Goebel
1985: Stefan Laux - Christina Rakow
1986: Michael Rünz - Sonja Gräf
1987: Christian Heidorn - Gesa Schmitt
1988: Christian Müller - Eva Imielsky
1989: Markus Dehen - Verena Rückels
1990: Nicolas Müller - Jennifer Müller
1991: Ausgefallen wegen Golfkrieg
1992: Marcel Rückels - Sandra Berg
1993: Martin Müller - Daniela Raab
1994: Christian Gartner - Michaela Pintscher
1995: Sebastian Ducka - Nina Schuwerack
1996: Tobias Mons - Melina Michels
1997: Christoph Schopphoven - Katharina Burg
1998: Michael Schausten - Anna-Katharina Thomas
1999:Daniel Wolters - Wiebke Dierks
2000: Michael Laux - Claudia Zenzen
2001: Jan Dierks - Linda Wilde
2002: Sebastian Müller - Ann-Kristin Lippert
2003: Dennis Noll - Sabrina König
2004: Michael Lippert - Isabelle Wilde
2005: Marcel Märtens - Sandra Krummenauer
2006: Felix Gilles - Franziska Lescher
2007: Yannik Angst - Jolina Eppelmann
2008: Lukas Loosen - Victoria Raab
2009: Dennis Urhausen - Maxi Brücken
2010: Kein Prinzenpaar gestellt
2011: Michael Schlicht - Lisa Loosen
2012: Marius Uhle - Annika Hofmann
2013: Kein Prinzenpaar gestellt
2014: Lukas Wagner - Louisa Klug
2015: Björn Dierks - Tamara Baumert
2016: Kein Prinzenpaar gestellt
2017: Jonas Wagner - Lea Kraft
2018: Elias Eisfeld - Paulina Lohner
2019: Nils Röhr - Jolina Günther
2020: Leon Rings - Finja Sonntag
2021: Ausgefallen wegen Corona
2022: Ausgefallen wegen Corona
2023: Ben Rings - Louisa Gründler
2024/25: Josef Steffes - Marlene Rubin
2026: Neo Scharbach - Lisa Jobelius



